Sächsische Schweiz - oder doch schon Tschechien?

 

 

 

 

Auf einem Wochenendtrip nach Dresden gibt es eine Sache, die man als Landschafts- und Bilderliebhaber nicht vergessen darf: eine Wanderung durch die Sächsische Schweiz.

 

Durch ein paar Empfehlungen weiß ich, dass man folgende Orte eigentlich besuchen sollte: die Basteibrücke, den kleinen Winterberg, den Wasserfall und die Schrammsteine.

 

Und was haben wir gesehen? Nur den kleinen Winterberg...

 

Warum? Weil wir die Wanderung von der falschen Seite aus gestartet haben, nämlich von Schmilka aus. Um alles in kürzerer Zeit zu sehen sollte man allerdings von Ostrau/Bad Schandau starten.

Also nochmal von vorne: wir sind dem Wegweiser kurz vor Schmilka gefolgt und starteten mit dem Weg zur kleinen Bastei. Klingt jetzt erstmal gut, bis wir zu den Treppen kamen. Am Anfang noch voll motiviert, nach circa 100  Stufen schon fertig mit der Welt haha :D.

 

Als wir oben angekommen sind ist uns dann allerdings bewusst geworden, dass wir in die ganz andere Richtung müssen, nämlich den Berg auf der anderen Seite wieder runter. Gesagt getan. Die ersten 1,5 Stunden waren damit schon weg. Und gefühlt sind wir nicht wirklich weiter gekommen, denn wir waren wieder ganz unten. Obwohl wir uns zwischenzeitlich bereits zwei Wanderkarten von netten Wanderern abfotografieren durften, wussten wir nicht in welche Richtung und sind in die Richtung zum großen Winterberg.

Der Weg dahin war von circa 200 Zick-Zack-Stufen gesäumt. Wenn man diese geschafft hat, ist man allerdings erst auf der Hälfte der Höhe, auf einer Plattform. Und nach jetzt insgesamt 2,5 Stunden Wanderung überkam uns der Hunger. Etwas zu Essen eingepackt hatten wir aber natürlich nicht:D, da wir immerhin dachten, dass wir zwei Wanderungen am Tag schaffen mit Mittagspause dazwischen (was auch machbar gewesen wäre, wenn wir in Ostrau gestartet wären (sind wir aber nicht)). Also sind wir bis zum höchsten Punkt des großen Winterbergs gewandert in der Hoffnung dort etwas zu essen zu finden. Und was soll ich sagen? Wir wurden nicht enttäuscht.

Nach der kleinen Stärkung und einer neuen Orientierung wohin wir als nächstes müssen, sind wir wieder auf die halbe Plattform herunter gewandert. Von dort aus sind wir nun in die komplett falsche Richtung gewandert. Und auf einmal waren wir nicht mehr in der Sächsischen Schweiz, sondern in der Böhmischen Schweiz, also in Tschechien. Einfach so.

 

Immer noch der Meinung in die richtige Richtung zu laufen, kam die nächste Steigung. Mit noch mehr Motivation oben anzukommen liefen wir weiter...bis wir das Haus erkannten, bei dem wir vor circa 45 Minuten gerade erst gegessen hatten. Das war ein Moment in dem ich am liebsten geheult hätte. Ich dachte echt wir finden keinen dieser Orte jemals.

Mittlerweile waren wir schon 3,5-4 Stunden unterwegs. Also sind wir wieder runter gewandert und haben dann endlich den richtigen Weg gefunden.

Aber erst nachdem wir 6 Mal in die falsche Richtung gegangen sind. Nach nun circa einer weiteren Stunde sind wir ENDLICH am Kleinen Winterberg angekommen. Und der Blick enttäuscht auf keinen Fall.


Nachdem wir dort einen Moment verweilten, konnte man quasi beobachten wie sich ein paar sehr große Regenwolken in unsere Richtung bewegten. Da es allerdings von hier aus noch circa eine Stunde zu laufen war bis zur Basteibrücke entschlossen wir uns dann in Richtung Auto zu gehen. Der Weg zurück führte uns wieder über die Zick-Zack-Stufen. Als wir dann wieder an unserem Auto angekommen sind, war sitzen das Beste was uns passieren konnte. Und kaum saßen wir im Auto fing es an zu schütten. Also war das die beste Entscheidung die wir treffen konnten.

 

Zwar haben wir uns am Ende geärgert, dass wir von allen Sachen die wir hätten sehen können nur eine gesehen haben, aber der Ausblick war atemberaubend.

 

Zwei Tipps möchte ich euch allerdings noch mit an die Hand geben: geht niemals mit Chucks wandern (meine Füße waren so kaputt und blutig gelaufen) und seid vorsichtig bei den Felsen. Wir waren sehr vorsichtig und waren immer mindestens 15 Meter vom Abgrund entfernt und nur dort wo auch noch andere Felsen dicht neben und unter waren. (Brennweite des Objektivs und der Winkel aus dem fotografiert wurde lassen täuschen). Leider musssten wir beobachten wie ein paar andere Wanderer eher unvorsichtig auf den Felsen herumliefen und sehr dicht am Abgrund waren. Das ist natürlich sehr unverantwortlich.

 

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